Montag, 24. November 2008

Chemnitzer Verbundklassifikation

Ich muss sagen, ich gehöre einer ganz seltenen Spezies an. Ich kann mich unglaublich gut ablenken. Heute musste ich ein Referat in Französisch halten. Ohne großartig angeben zu wollen, aber ich bin der französischen Sprache mittlerweile so gut mächtig, dass ich von meinem eigenen Thema gelangweilt war. Dies führte dazu, dass mich trotz relativ ambitionierten Vorstellungen von Vorbereitung, bei jedem Blick in meine Quellen das Gefühl von Unterforderung überkam.
Nachdem ich sämtliche Ablenkungsregister (bis auf das des Aufräumens) gezogen hatte, kam mir die ultimative Idee. Ich könnte unsere Bücher sortieren.
Gedacht, getan. Ich bin stolz zu behaupten, dass unsere Bücher nun nach zehn Kategorien und nach Autoren geordnet sind. Das führt dazu, dass Bill Bryson sich in mehreren Kategorien wiederfinden würde und die immerhin drei Ausgaben von Conrads „Herz der Finsternis“ nicht mehr zusammen stehen.
„Herz der Finsternis“ ... der Auftakt des wahrscheinlich erfolglosesten Literaturzirkels aller Zeiten, obwohl, immerhin wir entschieden uns für ein Buch, kauften es (Lesereihe der Süddeutschen Zeitung zum Dank) und drei von vier Mitgliedern des Zirkels lasen das Werk auch. Wenn ich darüber nachdenke, dann gab es wohl doch noch sehr viel erfolglosere Literaturzirkel. Aber was hilft es über verstreute Erbsen zu weinen.
Quintessenz: unsere Bücher stehen für mindestens zwei Tage da, wo sie hin sollen; mir fielen mindestens zwei Werke auf, die fehlen, weil ausgeliehen und: furchtbar langweilige Referate über Kinderthemen kann man auch am Abend vorher vorbereiten, da es wohl niemandem auffiel.

Freitag, 7. November 2008

Kühlschrankpoesie

Zu meinem Geburtstag bekam ich ein super Literaturgeschenk.
Kühlschrankmagneten mit ganz vielen Wörtern drauf, so dass man in 4 Sprachen kleine Nachrichten oder Gedichte schreiben kann.
Hier also eine kleine Kostprobe der poetischen Ambitionen, die seit neuem im Hause Kürschner/Schaarschmidt herrschen:

NICHT EIN FLÜGEL SEI TOT
TAUSEND HIMMEL MÖGEN FLIEGEN
VERLASS DIE NACHT IM GLÜCK
SCHWÖRE GANZ AUF'S LICHT
DER SOMMER LEBT IN IHM
STERBEN MAG WENIG SEELE VERLANGEN
SPÜR STILL DEIN LEID VERLIEREN
SCHENK MIR MEHR ZEIT

Gleich darunter steht noch:

WENN KUSS GEHEIMNIS

DU BIST Süß

GEDULD SCHMECKT ROT

Ja, so viel Kunst herrscht bei uns.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Der heilige Gral

Auf gefühlten 1000 Seiten war Robert Langdon im Sakrileg unterwegs auf der Suche nach dem heiligsten alles heiligen. Nicht nur Dan Brown, sondern auch zahllose Ritter machten sich auf die Suche nach dem heiligen Gral. Und was soll ich sagen.
Mir wurde er gestern einfach so ausgeliehen.
Ja, ich bin über das Wochenende im Besitz des heiligen Grals.
Ich meine, ich habe mir ihn ja auch redlich verdient, nachdem ich schon im Louvre danach suchte.

Ich zitiere:
„Das ghd Keramik Styling-Eisen ist der heilige Gral unter den Stylingtools. Sein einzigartiger eingebauter Mikroprozessor leitet die Hitze nicht nur schnell weiter, sondern speichert sie auch effektiver. ...“

Nicht Maria Magdalena, also die Theorie des „sang real“ wird bestätigt, sondern Frisierkunst vom Feinsten. Das heilige Eisen kann man sogar kaufen. Für nur 144€. Das ist mir allerdings etwas unheilig. Deswegen ist er nur ausgeliehen.
Wollen wir hoffen, dass die Prieuré de Sion bis Montag nicht dahinter steigt.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Kabelsalat

Gerade kam mir die hervorragende Idee, dass ich die Fotos, die ich am Wochenende schoss, doch einmal auf meinen Computer laden könnte. Kamera direkt neben mir, fehlte es nur noch an Einem. Ein Kabel zur Synchronisation. Da fing es an mein Problem. USB auf Mini-Firewire oder was auch immer. Davon sollte mindestens Eins im Haushalt sein, viel wahrscheinlicher aber an die Zehn. Also ging sie los die Suche. Ziel: ein weißes Kabel, ca. einen Meter lang. Gleich neben meinem Schreibtisch: eine Kabelkiste. Weiße Kabel: zuhauf. Ich griff nach einem: und ... Ich hatte einen kompakten Kabelknäuel in der Hand. Das Gleiche wiederholte sich an den anderen Plätzen, die zur Aufbewahrung von solchen Strippen eingerichtet wurden.


Ganz schlimm. Dabei: Ladegeräte von Mobiltelefonen, die schon seit Jahren nicht mehr zum Einsatz kamen, Kabel von Geräten, die es gar nicht mehr gibt und so weiter.
Vielleicht wäre es einfacher, wenn man von jeder Sorte immer nur ein Exemplar aufhebt und die Anderen weit weg schafft. Aber was ist, wenn ich doch mal zwei der eben genannten im gleichen Moment benötige?
Schwierig.

Montag, 22. September 2008

Pässe und so

In der Bundesrepublik Deutschland ist es normalerweise so, dass man Bundesdokumente nach Ablauf der Mindeshaltbarkeit wieder zurück geben muss. Das hat zur Folge, dass wir die doch viel zu großen aber durch Fotohologramme geschwängerten Persos bei Erhalt einer neueren Auflage, wieder abgeben müssen. Weg mit dem Foto, über das man sich seit Jahren schämt, weil man verkatert oder in schlechtester Laune beim Fototermin erschien.
Es gibt aber auch Ausnahmen. In einer Gesellschaft, die wohl, wie ich diese Woche erschrocken feststellte, keine kollektive Hinterlassenschaft haben wird, wird Nostalgie nämlich groß geschrieben. Dass man die unzähligen Stunden an Flughäfen zum Beispiel nicht vergisst, kann man seinen Pass mit den schönen Erinnerungsvisa nämlich behalten. Es wird zwar eine kleine unscheinbare Ecke herausgeschnitten, aber im Großen und Ganzen bleibt einem das gute Stück erhalten. Dieser im Prinzip glückliche Umstand kann aber auch zum Verhängnis werden.
Um Gespött und Gelächter zu vermeiden, werde ich keine Namen nennen.
Man sollte es tunlichst vermeiden seinen abgelaufenen Pass neben den neuen Pass zu legen. Es kann in solchen Fällen nämlich dazu kommen, das man nicht den zum reisen notwendigen, neuen Pass, sondern den mit Stempeln gefüllten, sonst jedoch unbrauchbaren Pass einsteckt. Passiert nie im Leben, denkt jeder. Aber das stimmt nur bedingt. Es passiert. Wenn, dann hoffentlich nur einmal pro Person, aber es passiert.
Auch ich kenne eine Person, der Genanntes zustieß. Besser noch, die besagte Person kopierte den abgelaufenen Pass sogar, für den Fall, dass dieser verloren geht. Leider wurde die Kopie auch nicht noch einmal angeschaut. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass wir uns auf den Weg quer durch die Republik, auf nach Frankfurt machten um den richtigen Pass und damit einen noch einigermaßen zeitnahen Flug für die nicht genannte Person zu sichern. Nicht, dass es uns gestört hätte, aber Benzin ist ja auch nicht mehr eins der Billigen und so eine Tankfüllung kostet heute doch fast schon 100€. Ja, EINHUNDERT EURO. Man mag gar nicht darüber nachdenken, aber in Finanzkrisen-, Ölknappheits-, Hurrikan-, Kriegszeiten ist Benzin „billig“ wie nie. Vom psychischen Stress eines Menschen, der für seinen Urlaub den richtigen Pass vergisst, mal ganz abgesehen. Aber immerhin brachte uns das eine Nacht zu Gast bei meiner Schwester plus Schwager in Spe, plus Kennenlernen der Eltern des Schwagers in Spe, plus einen kleinen Ausflug in die schöne junge Bachstadt Arnstadt ein.
Also, an alle, die das hier lesen: schaut vor eurer Reise noch mal in den Pass! Oder bewahrt eure abgelaufenen Pässe nicht neben den Aktuellen auf! Ich hab übrigens auch erst neulich meinen alten Pass entdeckt. Ich muss schon sagen. Was in aller Welt hab ich mir nur damals bei der Frisur gedacht? Wegschmeißen werde ich ihn auch nach diesem kleinen Zwischenfall nicht, da auch ich ein gefühlsduseliger Aufbewahrmessie bin.

Montag, 21. Juli 2008

countdown minus 6

Der Countdown läuft. Die letzte Woche ist angebrochen. Ab jetzt ist sozusagen jeder Wochentag der vorerst letzte in Frankreich.
Wow. Elf Monate. Und die Zeit rennt unaufhaltsam. Schade. Aber auch schön.
Bin mir noch nicht sicher, wie gerne ich hier weg gehe. Das gute Wetter, das sich hier seit einiger Zeit doch relativ stabil eingestellt hat, macht es mir auch nicht leichter.
Aber alles hat nun mal ein Ende. Wie man von allen ach so schönen Faschingsfeiern bis zum Erbrechen mitgeteilt bekommt.
Auf zurück nach Deutschland. Zusammenfassung werde ich später liefern.
Letzte Woche erlebte ich noch eine halbe Stunde Nationalfeiertagsfeuerwerk. Ganz schön schön. Auch wenn ich allein war, konnte ich das Ganze nur genießen.
Jetzt bin ich dabei nach und nach die ganzen organisatorischen Dinge zu erledigen. Heute habe ich mich endlich von meinem Status als Student an der Uni hier verabschiedet, Mittwoch gebe ich das Zimmer ab, in dem ich eigentlich den ganzen Juli hätte wohnen sollen, Freitag löse ich mein französisches Konto auf. Freitag ist auch mein letzter Arbeitstag. Die zwei Monate Arbeit sind nun also auch wieder vorbei. Mit meinen Kolleginnen verstand ich mich sehr gut, manchmal waren die Aufgaben wohl nicht so ganz auf meine Fähigkeiten zugeschnitten, aber im Großen und Ganzen, fühlte ich mich auch dort relativ wohl.
Am Samstag fahre ich mit Ulla eine weitere Etappe der Tour de France anschauen und am Sonntag werden wir vielleicht das Finale auf der Champs Elysée sehen können. Da wissen wir aber noch nicht so recht, weil dieses Abenteuer mit dem Auto und Gepäck im Auto in Paris verbunden wäre. Das muss wohl überlegt werden. Aber mal sehen.
Ich werde jetzt erst mal meine letzte Woche genießen.

Samstag, 12. Juli 2008

Le Tour de France

Wie wir vielleicht alle schon gemerkt haben, läuft zur Zeit die Tour de France hier in Frankreich. Naja, sonst würde sie auch nicht so heißen. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen auch mal ein Auge live auf diese vollgepumpten Vollblutathleten zu werfen.
Hier das Resultat: