Freitag, 28. September 2007

einfach mal so

so, da bin ich mal wieder.
Es gibt zwar nicht besonders viel Neues, aber das immerhin kann ich schreiben.
Bin nun so richtig im Unileben angekommen und verstehe oft nur Bahnhof. Liegt oft auch einfach nur an den Themen. Aber ich werde mich schon durchbeißen. Diese Woche haben auch die Sprachkurse angefangen, die mal eine schöne Abwechslung von den schnöden Vorlesungen sind. Immerhin kommt man dann dort dazu mal zu sprechen. Donnerstags ist mein Zeitplan ziemlich eng geschnallt, was dazu geführt hat, dass ich mir gestern endlich mal ein Fahrrad ausleihen wollte. Meine Mitbewohnerin sagte mir, dass eine Bankidentität, ein Wohnungsnachweis, Studentenausweis und Ausweis schon genug wären, um sich ein Fahrrad auszuleihen, die hier übrigens das einzig wirklich günstige sind. Kosten nur 2 Euro pro Monat. Das ist wirklich wirklich mal billig. Es gibt eben nur zwei Probleme. Nummer eins: ich wohne wirklich auf einem Berg, der eine Gangschaltung voraussetzt, das Rad zum ausleihen hat nur 3 Gänge, die mich jeden Tag sterben lassen würden. Das zweite Problem ist: ich brauche nicht nur eine Bankidentität, sondern muss einen Scheck über 300 Euro als Kaution hinterlegen. Ist normal nicht so schlimm, aber: ich hab ja erst mein Konto eröffnet, mir wurde bei der Eröffnung gesagt, dass ich wohl kein Scheckheft brauch. Franzosen sind nämlich noch ganz groß im Scheckheft benutzen. Aber wie gesagt, ich fragte nach und mir wurde gesagt, dass mir die Bank auch einfach so einen einzelnen Scheck ausstellen würde. Das stimmt auch, wie sich rausgestellt hat, aber: wenn mir so ein Scheck ausgestellt wird, dann wird das auch von meinem Konto abgezogen. Ein anderer normaler Scheck aus dem Scheckheft wird nicht eingelöst, oder wenn dann nur, wenn mir der alte Drahtesel geklaut wird. Das bedeutet, dass ich mir jetzt ein Scheckheft bestellt habe, darauf aber so ca. 10 Tage warten muss. Dann kann ich mir ein Fahrrad holen. So ein Spass. Eine andere Möglichkeit an ein Fahrrad zu kommen sind Geschäfte, die gebrauchte Räder führen. Diese haben aber leider die Marktlücke entdeckt und verlangen dementsprechend viel Geld für extrem verrottete Buden.
Gestern also: mein Mitbewohner hat mir sein Fahrrad geliehen. Oder so was ähnliches. So richtig will ich nicht von Fahrrad sprechen, weil es eher einer Katastrophe glich. Das Hinterrad war wohl nicht ganz für den Rahmen gemacht und hatte in alle Richtungen ordentlich Spiel, was dazu führte, dass ich immer das Gefühl hatte einen Platten zu haben. Aber das sollte wohl so sein. Auf dem Heimweg hatte ich es dann ziemlich eilig, weil meine Einheit bis 19H00 ging und ich 19H15 Basketballtraining hatte. Hab mich nämlich für Basketball eingetragen, um noch mehr Leute kennen zu lernen und so auch ein bisschen rumspringen zu können. Glücklicherweise haben wir eine viertel Stunde eher aufgehört, so dass ich genügend Zeit hatte. So dachte ich zumindest. Sie Kette vom Fahrrad entschied sich das Ritzel zu verlassen. Leider nicht ganz normal, sondern sie wollte unbedingt sich im Kettenschutz verfangen. Na dann, sollte sie mal machen. Der Kettenschutz hatte sich auch überlegt, dass er seinen Geist aufgeben wollte. Bis auf eine Schraube, die hielt die Ehre hoch. Also ging gar nichts mehr, weil die Kette unweigerlich im Schutz gefangen war. Da half nur noch Gewalt. Aber ich habe den Kampf gewonnen. Meine Hände so ein bisschen verloren, weil sie sich nämlich völlig schwarz wieder fanden. Aber um darauf noch Rücksicht zu nehmen hatte ich beim besten Willen keine Zeit. Als ich nach dem Training (was übrigens ziemlich viel Spass gemacht hat) wieder nach Hause kam, gab ich meinem Mitbewohner seinen Schlossschlüssel und den Kettenschutz, den ich natürlich aufhob und erklärte ihm, dass dies alles sei, was von seinem Fahrrad übrig war. Gemein ich weiß, aber auch zu lustig.
Ansonsten ist es in letzter Zeit ziemlich kalt hier geworden. Die Wohnheimverwaltung hat sich aber noch nicht dazu durchringen können die Heizungen aufzudrehen. Deshalb bin ich gerade dabei meinen Mitbewohnern beizubringen, dass sich Wärme in Räumen mit geschlossenen Türen besser hält. Aber so ganz wollen sie wohl noch nichts davon wissen. Ich hab sogar schon die Frage, ob man zuhause Säcke als Türen hatte übersetzt und erziehe so. Um mich warm zu halten, wenn es ganz schlimm wird, muss ich dann eben stundenlang duschen. Nicht ganz ökologisch, aber anscheinend will die Verwaltung das hier so. Na wenn es denn so sein soll. Kein Problem, Ich spiel mit.
So, das ist, was neu ist.
Ich hoffe es geht euch allen gut.










Sonntag, 23. September 2007

Nantes


Da bin ich wieder.
Es gibt Neuigkeiten. Die Uni hat angefangen. Wie erwartet versteh ich Bahnhof. Ist aber nur halb so schlimm. Ich kann ja immer noch dazu lernen. Daher bin ich auch der festen Überzeugung, dass das alles noch gut wird.
Da es aber interessantere Dinge gibt, als Vorlesungen berichte ich euch lieber über unseren Ausflug nach Nantes. Den haben wir am Samstag, den 22. September um 08:10 angefangen. Als ich gegen 7 aufstand kam die erste Überraschung: es regnete, blitzte und donnerte. Ich fragte mich kurz, ob diejenigen, die den Ausflug planten im Voraus sich mit einer Wetterkarte auseinandersetzten, war aber voller Hoffnungen, dass das auf jeden Fall geschehen war. Haben uns am Bahnhof getroffen, sind los. Selbstredend ging das auch nicht ohne Ticket, darum und auch um eine Bahncard habe ich mich aber schon gestern gekümmert. Meine Bahncard heisst hier Card 12-25 und man bekommt je nach Tageszeit, an der der Zug fährt 25 oder 50 Prozent Rabatt. Ganz praktisch. Sind also nach Nantes. Fast Meer, aber leider nur fast. Haben es nicht bis ans Meer geschafft, aber dazu bleibt ja immer noch genug Zeit. Bei der Kontrolle vom Schaffner durften zwei von uns auch erst mal noch 10 Euro nachbezahlen, weil sie ihre Karte am Bahnhof nicht entwerteten. Da hatte der Automat nicht so funktioniert wie wir uns das vorstellten und sehr viel Zeit bis der Abfahrt des Zuges hatten wir auch nicht mehr, da man ja zu solchen Tageszeiten etwas knapper plant um jeder Minute länger schlafen zu können.

Nichts desto trotz kamen wir auch in Nantes an. Und da gab es eine feine Überraschung. Nein, nicht das Wetter. Wir als Deutsche, somit als Nicht-Teilnehmer an der Rugbyweltmeitsterschaft, haben natürlich keine Ahnung wann wo welche Spiele hier so stattfinden. Als wir ankamen, wussten wir aber schon nach Sekunden, dass an diesem Tag die englische Nationalmannschaft in Nantes spielen sollte. Dementsprechend englisch war der Flair. Brachte uns aber direkt am Bahnhof schon ganz nützliche Stadtpläne ein, die wir natürlich, obwohl weder englisch, noch dem Rugby verfallen, dankend annahmen.

Zunächst gingen wir unserer Nase nach, um uns dann doch an der Karte zu orientieren. Schließlich sind diese ja zu einem Zweck gemalt wurden, der uns auch einleuchtete. Erste Sehenswürdigkeit war die Kathedrale von Nantes. Die wurde einige Male wieder aufgebaut, was ihr ein eigenartiges Bild verleiht.
Von innen kann man das am Besten an den Fenstern ausmachen, die an jeder Seite sichtlich verschieden alt sind.
In der Kathedrale liegen die Eltern von der Anne von Bretagnen. Als nächstes begaben wir uns zum Schloss, das wir uns anschauten. Früher war das Schloss von Nebenarmen der Loire umgeben, bis man sich überlegt hat, das es doch auch gut sein könnte, wenn man die alle trocken legt und Straßen daraus baut. So geschah es dann auch.

Als nächstes sahen wir uns mal eine Creperie von Innen an (nee, wir saßen draußen, hatten ja super Sonnenschein) und genossen zu unseren Bretonischen Crepes Cidre. Was waren wir Französisch. Nach der Stärkung ging es weiter mit Häuser- und Stadtviertelbesichtigungen.
Ein heißer Tipp einer Französin leitete uns dann noch in einen japanischen Garten, der mir dann aber doch zu viel des Guten war. Soll heißen, dass Franzosen, die Nantes kennen, den Garten bestimmt toll finden, weil es mal was anderes ist. Für mich war ja sozusagen die ganze Stadt anders, was den Garten wieder zu anders machte um ihn zu mögen. Nach dem japanischen Garten ging es auch schon wieder nach Tours, weil wir ja nicht in Nantes schlafen wollen. (das wäre auf Grund der vielen Engländer in der Stadt für sechs Leute wohl auch nicht möglich gewesen)
Ach ja, die Engländer. Haben gegen Samoa gewonnen und auch recht gut benommen. Hatten ja immerhin mit sich zu tun.

Dienstag, 18. September 2007

Museen

Man man man, wie schnell Wochenenden doch vorbei gehen.
Wie angekündigt, haben wie unseren Samstag damit verbracht von Museum zu Museum und von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu gehen, um von den extra geöffneten Lokalitäten und reduzierten Preisen zu profitieren. Sparfüchse wie wir eben sind und auch sein müssen.
Samstag war also Lauf-, Schau-, Lauf- und Schautag. Begonnen hat unsere Tour im Rathaus.

Sehr schön. Wer hätte gedacht, dass es Menschen gibt, die einen alten, Wändebemalten Raum einfach mit einem großen weißen Tisch und roten Plastikstühlen bestücken können. Aber da wird einem wieder klar: in Frankreich geht so ziemlich alles!!!

Dann war es erst einmal Zeit sich einen Plan zu besorgen, auf dem die ganzen Museen und Stätten, die ihre Pforten für uns öffneten, fein säuberlich aufgelistet waren. Somit hatten wir zumindest alle schon mal einen Plan. Das ist ja nie ganz schlecht.
Unser nächstes Ziel nannte sich Musée de Hôtel du Goïn und war ein Gebäude aus der Renaissance, das ein Museum beinhaltete, dass uns die ganze Welt in drei Etagen erklärt hat. Oder zumindest versuchte.

Viel interessanter war unsere nächste Haltestelle sozusagen. Obwohl, nein, zunächst mussten wir erst mal was essen. Die meisten entschieden sich für Kebab (wie das hier auch heißt und freundlicherweise, als wäre so schon nicht genug Fett drin, auch noch mit Pommes gefüllt wird). Ich liess mich nicht auf die Verfettung der Gesellschaft ein, weil im Prinzip hier als Soße auch noch obendrein Majo gereicht wird. Majo, unglaublich, wie viel Majo ich hier schon gesehen habe. Und da sage noch mal einer nur wir würden uns fettig ernähren. Aber egal, naja eigentlich auch nicht, weil gleich geht es wieder ums essen.
Denn: An alle die, die am 10. und 11. November Martinsgans essen: ich hab das Grab des Heiligen Martin besucht. Dieser war nämlich Bischof von Tours. Nicht ganz freiwillig, aber immerhin. Er jetzt, nicht ich. Ich hab mir sogar noch sein Museum zu seinem Grabmahl angeschaut.

Danach noch zwei weitere Museen, dann reichte es aber. Wir entschieden uns dann doch lieber dafür uns dekadent viel Essen zu kaufen und mal so richtig schön zu kochen. Das haben wir auch ganz gut geschafft. Bin dann eher heim, weil ich meinem Mitbewohner versprochen hatte, dass ich mit ihm und seinen Freunden in die Disko gehe. Das wollten meine Füße und auch ich dann wirklich nicht mehr. Die und ich haben uns mit einem gemütlichen Abend mit meinen Mitbewohnern die Zeit vertrieben.
Sonntag habe ich dann auch ruhiger angehen lassen und bin nicht mit auf eine Fahrradtour gefahren, sondern habe mit einem Mitbewohner einen anderen beim Fußball angefeuert. Das hab ich ganz gut gemacht, weil ich nämlich in einem Eichelwald wohne, was bedeutet, dass ich ganz viele kleine Eichelkappen mithatte, um ganz viel Spuk zu machen. Also habe ich mein erstes Spiel mitgenommen, plus ich habe anderen beigebracht, was man mit Eichelkäppcn machen kann. Ganz groß. So ungefähr sah mein Wochenende aus. Jetzt ist endlich wieder Woche und wir können wieder entspannen. Ich werde euch dann berichten, wie die Entspannung läuft.
Bis dahin ... Küsschen, Küsschen, wie wir Franzosen das so machen ;o)

Freitag, 14. September 2007

schon wieder eine woche vorbei


Ich bin es mal wieder.
Es ist ein Wunder, oder sogar mehrere passiert. Zumindest für hiesige Verhältnisse. Es gibt organisatorische Ding, die funktionierten.
Zum Beispiel habe ich INTERNET. Ja, Internet. Zwar nicht auf dem Zimmer, weil das wäre wirklich zu viel verlangt, aber immerhin hab ich W-Lan (hier heißt das witzigerweise WIFI) auf dem Campus. Das bedeutet für mich, dass ich nur 100m laufen muss, und schon kann ich in diese schöne Wunderwelt des weltweiten (ausgenommen Frankreich) Netzes eintauchen. Ich geh kaput.
Das ist aber noch nicht alles. Ich habe auch ein Bankkonto eröffnet. Und ich kann es sogar schon fast benutzen. Fast. Musste zwar schon Geld einzahlen, das ich mir eigentlich aufheben wollte, um den Rest des Monats mit dem Bargeld auszukommen, das ich noch so übrig habe, aber das war wohl auch wieder nichts. Hier verschwindet Geld wie in Deutschland Haarklammern und die zweiten Socken verschwinden.
Die Woche an sich war ganz gut. Wie sich rausstellt ist meine soziale Ader hier noch ausgeprägter als bei uns, was bedeutet, dass ich immer Leute anspreche die allein rumstehen. So habe ich unserer Gruppe, die im Moment leider noch aus vielen Deutschen besteht schon einen Dänin angelacht. So sind wir wenigstens gezwungen immer Französisch zu sprechen.
Französisch. Ja, so eine andere Sache. Glücklicherweise mach ich mir ja nix draus, wenn ich immer Fehler spreche, Hauptsache ist ja, dass ich überhaupt spreche. Denk ich zumindest.
Mit Organisatorischen Sachen, die die Uni betreffen bin ich noch nicht sonderlich weiter fortgeschritten. Ich weiß nur, dass ich mal meine Koordinateurin treffen sollte, die aber nie anzutreffen ist, beziehungsweise mir schreibt dass ich Dienstag kommen soll, wenn ich Mittwochs erst wieder Zeit habe meine Emails zu checken.
Mail. Da fällt mir doch ein, dass ich hier ja auch Post erhalten kann.
Also, wer möchte:
Maxi Schaarschmidt
Chambre E408
Résidence Universitaire de Grandmont
37200 Tours
France
Das mit der Post ist hier ganz witzig geregelt. Bei uns im Erdgeschoss ist wie ein kleines Empfangszimmer, in dem Zettel ausgehängt werden, auf denen steht, wer Post hat. Und wenn man dann Heim kommt, dann freut man sich wie ein Schneekönig und geht ins Gebäude nebenan und holt seine Post bei der Postvergabefrau ab. Die wissen hier echt noch, wie man Arbeitsstellen schafft.
Anrufen auf meinem Handy funktioniert übrigens auch. Da bezahl ich pro Gespräch 75Cent. Das wars. Ihr wahrscheinlich mehr, aber soweit habe ich mich noch nicht kundig gemacht.
Zur Zeit haben wir einen Sprachkurs, in dem wir am Dienstag einen Französisch-Placement Test geschrieben haben. Am Mittwoch haben wir so etwas wie eine Schnipseljagd durch die Stadt gehabt. Das war ziemlich lustig, obwohl sich wahrscheinlich einige ob der vielen Ausländer mit Zetteln in der Hand wunderten.
Seit Donnerstag, ist es uns nun vergönnt Vormittags Französisch zu lernen und aufzufrischen. Sehr lustig. Wir sind ein Kurs aus vielen verschiedenen Nationen zusammengemischt. Italien, Ungarn, Tschechien, Polen, Großbritannien, USA und Deutschland. Superschön.
Donnerstag Abend sind wir zu 15t oder so essen gegangen. Wollten eigentlich richtig französisch essen, hatten aber Franzosen mit, die uns leiteten, weil sie von hier sind und die haben uns dann zum Italiener geschleppt. Wie bizarr. Macht aber nichts, weil wir danach noch im Pub was tranken. Trotzdem haben wir uns auch vorgenommen irgendwann noch mal echt französisch zu dinieren. Wenn das hier nicht klappt, dann werde ich mich wohl mal an Marianne halten.
Hier auf dem Gang wollen wir auch Kochfeste veranstalten, die hoffentlich kulinarische Gaumenfreuden werden.
Swantje, die andere Deutsche, die mit mir auf dem Gang wohnt und ich wollen was deutsches kochen. Problem ist nur, dass uns nix einfällt. Und wir können ja auch nicht einfach nur Sauerkraut oder so kochen. Da würden wir ja dann echt alle Stereotypen über die Deutschen erfüllen.
Nee, nee.
Dieses Wochenende ist Patrimoine, was bedeutet, dass dieses Wochenende sämtliche Museen und alte Häuser, alte Fabriken und so geöffnet sind. Dieses Angebot nehmen wir Freitag Abend und Samstag wahr. Sonntag soll superschönes Wetter werden. Da wollen wir uns dann Fahrräder besorgen und zu einem Schloss fahren oder so hier im Park Picknick machen oder den Zug nutzen. Auf jeden Fall was ansehen und picknicken. Keine fünf Minuten Ruhe wie ihr seht.
Also, ich werde mir jetzt mal ein paar Taschentücher besorgen und vielleicht überteuerten Käse kaufen, dass ich mir mal ein Baguette kaufen kann.

Montag, 10. September 2007

Erste Tage


So, jetzt wisst ihr ja schon mal, wie ich hier her kam. Gut so, also wisst ihr auch, dass ich noch immer lebe.
Ja, es ist nicht leicht, aber so ein Überlebenswillen ist doch wirklich stärker, als man zu hoffen wagt.
Nein, so schlimm ist es nicht.
Ich kam ja immerhin hier an, hatte auch schon so innerhalb von zwei Stunden mein Zimmer.
Fortschrittlicherweise darf ich sogar jeden Monat wieder in das Gebäude gehen, meine Miete bezahlen. Aber macht ja auch nichts.
Als ich dann endlich meinen Schlüssel hatte, der eher einer Lochkarte für die Arbeit gleicht, dafür aber so groß ist, wie ein Anhänger, den man am Schlüssel für eine Tankstellentoilette bekommt, musste ich meine geschätzte Tonne Gepäck meilenweit tragen. Glücklicherweise gab es aber dann doch ein mitleidiges Pärchen, das mich in seinem kleinen Auto mitnahm.
Im Wohnheim angekommen, hat sich dann auch gleich jemand gefunden, der meinen unglaublich schweren Koffer nach oben trug. Sehr hilfsbereit. Derjenige wohnt auch gleich auf meinem Gang und hat mich auf viel Bier und Schnaps eingeladen.
Dann kams: mein Zimmer. Ach du Scheiße!!! Entschuldigt meine Sprache. Aber: Ach du Scheiße!
Hier ein kleiner Rundgang. Du machst die Türe auf, hörst unglaublich lautes quietschen (das ich gerade eben beseitigt habe), schaust direkt auf ein Waschbecken. Einen Schritt weiter: Die Dusche. Jetzt kann auch die Tür geschlossen werden und man entdeckt: Den Kleiderschrank. Direkt neben dem Kleiderschrank stand mein Bett, welches ich inzwischen an einen angenehmeren Platz verfrachtet habe, weil nach dem Aufwachen in die Dusche auf viele kleine Schimmelfreunde schauen, klingt evtl. lustig, ist es aber keineswegs. Neben der Dusche stand mein Schreibtisch mit Stuhl, ein kleiner Hocker dazu.
In der Erwartung, dass hier sowieso alles superteuer ist, bin ich nach meiner Zimmerbesichtigung das wichtigste, wie eine Decke oder ein Kissen für mein Zimmer einkaufen gegangen, hab meine 1001 Sachen ausgepackt und irgendwann in der festen Überzeugung, dass ich mir am nächsten Tag ein neues Zimmer suchen werde, mehr recht, als schlecht geschlafen.
Der nächste Tag ging nicht sehr viel besser weiter, weil ich am Tag zuvor ja nur das nötigste einkaufte, konnte ich mir keinen Kaffee machen, weil ich keine Milch hatte und Essen hatte ich bis auf eine Banane und Nektarinen auch gar nichts.
Nach dem sogenannten Frühstück erkundete ich den Standort der Bushaltestelle und machte erste Bekanntschaften mit absolut waghalsigen Busfahrern.
In der Stadt angekommen, ging ich ins Rathaus und versuchte mich in die Uni einzuschreiben. Das Mädchen, dass mir dort half, fand meine Unterlagen nicht, also musste ich alles ausfüllen und noch zum internationalen Büro gehen, um meine Unterlagen zu vervollständigen. Als ich das dann alles in meinen Händen hielt, sah ich mich in der glücklichen Lage, dass ich mich nun in die Uni einschreiben konnte. Hmmh, leider hatten die ganzen Sachen am Vormittag so lang gedauert, dass das Sekretariat dafür schon wieder geschlossen war. Glücklicherweise waren aber hilfsbereite Französinnen vor Ort, die mir halfen meine Zeit zu vertreiben. Schon am Nachmittag, kurz vor 3 war ich glücklicher Eigentümer eines Studentenausweises. Was war ich stolz auf mich.
Nachdem ich die glückliche Nachricht übermittelt bekam, dass es in meinem Wohnheim kein Internet und auch keine Telefonboxen, an denen man sich sein persönliches Internet installieren kann gibt, wollte ich wenigstens das W-Lan zum laufen bringen, dass ich mit meinem PC ins Internet kann. Nach einer 20 minutigen Suche nach dem Büro, dass mir das Passwort für das Internet bereit stellen sollte, fand ich mit einer, die mir mittlerweile half heraus, dass wir ins falsche Stockwerk geschickt wurden, wir deswegen kein Büro fürs Internet finden konnten. Also, endlich angekommen, fragten sich die Menschen dort, ob das Uni W-Lan überhaupt auf einem Mac funktionieren würde, weil wir nichts zum Laufen brachten. Es stellte sich dann aber doch heraus, dass es nicht der Mac war, der die Probleme machte, sondern dass ganz einfach das W-Lan überhaupt nicht ging. Es war eine reine Pracht. Das Wohnheim stellte sich somit als das geringste Problem heraus.


09.09.07
Inzwischen habe ich mich doch ganz gut eingelebt und schon viele Menschen kennen gelernt.
Eine Finnin, die hier Medizin studiert und einen französischen Papa hat, dementsprechend zweisprachig aufgewachsen ist, die ganzen Leute auf dem Gang hier und ein Paar Erasmus Studenten. Hier auf dem Gang sind wir bis jetzt: 2 Deutsche, 2 Gabuner, 1 Mauretaner, 2 Franzosen. Es kommen noch mehr, sind aber bis jetzt noch nicht da.

Heute waren wir zu fünft im Schloss Villandry, das hier gleich 15 km von uns entfernt ist. Um die Mönche zu würdigen, hat ein spanischer Arzt, der Nobelpreisträger war, um 1900 das Schloss gekauft, vor dem Abbruch gerettet und wunderschöne Gärten anlegen lassen. Ein Teil ist nur mit Gemüse, dass auf ganz bestimmte Art und Weise gepflanzt wird, ein Teil stellt die 4 Arten der Liebe dar, dann gibt es noch einen Wasser- und einen Kräutergarten.




Freitag, 7. September 2007

zuuuuuuuug fahren

Wie versprochen, wenn ich da bin, gibt es mehr.
Aber erst mal hierher kommen. Man, man, man!
Also:
Ich startete am 04.September um 18.34 in Chemnitz am Hauptbahnhof.
Naja, nicht ganz, die Ulla musste mich ja auch noch zum Bahnhof schaffen.
Das mit dem Zugfahren und 1000kg Gepäck geht echt ganz gut, wenn es einen nicht stört, dass man sozusagen auf dem Koffer sitzt. Gut, ich muss zugeben, dass es auch verlockend ist, wenn man seine Taschen so voll stopfen kann, wie es nur geht, weil so ungleich mehr Sachen ihren Weg nach Frankreich finden.
Aber zurück zur Fahrt.
Mein Zug von Chemnitz aus führte mich zunächst nach Leipzig, wo ich dann in den ICE umstieg, um nach Berlin zu kommen.
In Berlin am Hauptbahnhof angekommen, hat es mich all meine Kräfte gekostet das ganze Gepäck, das übrigens um die 54 kg wog, von ganz unten im Bahnhof nach ganz oben zu bekommen. Aber zum Glück machen ja heutzutage einem Rolltreppen das Leben erheblich leichter. Nach einer kurzen Weile kam dann mein Nachtzug, der mich direkt bis nach Paris bringen sollte. Was er auch tat. Nur leider erledigte das derselbe mit 2,5 Stunden Verspätung oder so. Die Gerüchteküche ließ verlauten, dass beim umkoppeln ein Problem bestand.
Liegewagen: stellt euch ein Doppelbett vor, macht es ungefähr 2,50m hoch, dann habt ihr ungefähr ein Abteil, in dem 6 Leute bequem Platz finden sollten. Zunächst hatte ich mich geärgert, weil ich einen Platz ganz oben gebucht hatte und bekanntlich warme Luft nach oben steigt. Stellte sich aber als eine sehr gute Lösung heraus, weil ich a) noch extra Platz für mein Gepäck über meinem Kopf hatte, b) wir sowieso die ganze Zeit das Fenster ein bisschen offen hatten, dass wir nicht ersticken und erstinken. 6 Leute: eine Seniorin, aus Berlin, die ihre Freundin besucht; ein älterer Mann, der weiß nicht was machte, aber schnarchte; 2 Australier, die auf Reise durch Europa waren; ein Franzose, der nur wieder heim wollte und ich. Ja, hab aber so ziemlich die ganze Nacht geschlafen, da ich zum Glück Ohropax mithatte. Wie gesagt, es zeichnete sich schon relativ zeitig dann ab, dass ich wohl meinen Anschlusszug nicht schaffen werde, also kurzerhand meinen persönlichen Fahrplaner (danke Ulla) angerufen und umgeplant. Die gute Frau am Bahnhof hatte mir damals wohl die langsamste Verbindung von Paris nach Tours rausgesucht. Wir fanden auf jeden Fall heraus, dass es günstiger wäre, wenn ich mit dem TGV von Montparnasse, anstatt mit dem „Bummelzug“ vom Gare d'Austerlitz zu fahren. Angekommen, hätte ich auch noch umbuchen können, aber die Schlange an dem Schalter, um das zu tun, war so lang, dass ich nie den schnelleren Zug erreicht hätte. Also, zum Gare d'Austerlitz mit der Metro. Die Schleusen, die man passieren muss, um in die Metro zu gelangen, hätten fast schon meinen Koffer gefressen, weil er zu groß war. Also ich auf der einen Seite von der Schleuse, mein Koffer in dem Gestänge, das für Koffer gedacht ist, und ging nicht mehr raus. Es hat sich aber eine nette Französin gefunden, die mir prompt half. Bin also unter Paris durchgefahren. Als wir aus dem Tunnel kamen, sah ich dann aber doch noch die Spitze vom Eifelturm und Notre Dame. Da wusste ich dann wenigstens, dass ich richtig war.
Folgend der „Bummelzug“, der meist fast schneller war, als der ICE bei uns auf manchen Strecken, noch 2 Stunden nach Tours.
Hier angekommen, hab ich mir erst mal ein Taxi genommen, um zum Wohnheim zu kommen. Ist echt am Gesäß der Welt. Hab mich auf jeden Fall erst einmal eingetragen, mein Zimmer bekommen. Und das ist echt unglaublich klein. Aber das schreibe ich später.