Aber erst mal hierher kommen. Man, man, man!
Also:
Ich startete am 04.September um 18.34 in Chemnitz am Hauptbahnhof.
Naja, nicht ganz, die Ulla musste mich ja auch noch zum Bahnhof schaffen.
Das mit dem Zugfahren und 1000kg Gepäck geht echt ganz gut, wenn es einen nicht stört, dass man sozusagen auf dem Koffer sitzt. Gut, ich muss zugeben, dass es auch verlockend ist, wenn man seine Taschen so voll stopfen kann, wie es nur geht, weil so ungleich mehr Sachen ihren Weg nach Frankreich finden.
Aber zurück zur Fahrt.
Mein Zug von Chemnitz aus führte mich zunächst nach Leipzig, wo ich dann in den ICE umstieg, um nach Berlin zu kommen.
In Berlin am Hauptbahnhof angekommen, hat es mich all meine Kräfte gekostet das ganze Gepäck, das übrigens um die 54 kg wog, von ganz unten im Bahnhof nach ganz oben zu bekommen. Aber zum Glück machen ja heutzutage einem Rolltreppen das Leben erheblich leichter. Nach einer kurzen Weile kam dann mein Nachtzug, der mich direkt bis nach Paris bringen sollte. Was er auch tat. Nur leider erledigte das derselbe mit 2,5 Stunden Verspätung oder so. Die Gerüchteküche ließ verlauten, dass beim umkoppeln ein Problem bestand.
Liegewagen: stellt euch ein Doppelbett vor, macht es ungefähr 2,50m hoch, dann habt ihr ungefähr ein Abteil, in dem 6 Leute bequem Platz finden sollten. Zunächst hatte ich mich geärgert, weil ich einen Platz ganz oben gebucht hatte und bekanntlich warme Luft nach oben steigt. Stellte sich aber als eine sehr gute Lösung heraus, weil ich a) noch extra Platz für mein Gepäck über meinem Kopf hatte, b) wir sowieso die ganze Zeit das Fenster ein bisschen offen hatten, dass wir nicht ersticken und erstinken. 6 Leute: eine Seniorin, aus Berlin, die ihre Freundin besucht; ein älterer Mann, der weiß nicht was machte, aber schnarchte; 2 Australier, die auf Reise durch Europa waren; ein Franzose, der nur wieder heim wollte und ich. Ja, hab aber so ziemlich die ganze Nacht geschlafen, da ich zum Glück Ohropax mithatte. Wie gesagt, es zeichnete sich schon relativ zeitig dann ab, dass ich wohl meinen Anschlusszug nicht schaffen werde, also kurzerhand meinen persönlichen Fahrplaner (danke Ulla) angerufen und umgeplant. Die gute Frau am Bahnhof hatte mir damals wohl die langsamste Verbindung von Paris nach Tours rausgesucht. Wir fanden auf jeden Fall heraus, dass es günstiger wäre, wenn ich mit dem TGV von Montparnasse, anstatt mit dem „Bummelzug“ vom Gare d'Austerlitz zu fahren. Angekommen, hätte ich auch noch umbuchen können, aber die Schlange an dem Schalter, um das zu tun, war so lang, dass ich nie den schnelleren Zug erreicht hätte. Also, zum Gare d'Austerlitz mit der Metro. Die Schleusen, die man passieren muss, um in die Metro zu gelangen, hätten fast schon meinen Koffer gefressen, weil er zu groß war. Also ich auf der einen Seite von der Schleuse, mein Koffer in dem Gestänge, das für Koffer gedacht ist, und ging nicht mehr raus. Es hat sich aber eine nette Französin gefunden, die mir prompt half. Bin also unter Paris durchgefahren. Als wir aus dem Tunnel kamen, sah ich dann aber doch noch die Spitze vom Eifelturm und Notre Dame. Da wusste ich dann wenigstens, dass ich richtig war.
Folgend der „Bummelzug“, der meist fast schneller war, als der ICE bei uns auf manchen Strecken, noch 2 Stunden nach Tours.
Hier angekommen, hab ich mir erst mal ein Taxi genommen, um zum Wohnheim zu kommen. Ist echt am Gesäß der Welt. Hab mich auf jeden Fall erst einmal eingetragen, mein Zimmer bekommen. Und das ist echt unglaublich klein. Aber das schreibe ich später.

6 Kommentare:
Klingt sehr abenteuerlich. Zum Glück bist du so tolerant und geduldig.
Hallo Maxi,
Mein Name ist Monika. Ich bin zuständig für die Kommunikation bei www.cafebabel.com. Cafebabel.com ist ein europäisches Medium in sieben Sprachen, das auf dem Prinzip des partizipativen Journalismus beruht. Unser Medium hat vor kurzem eine multilinguale Blogger-Plattform und ein multilinguales Forum gestartet.
Ich durchsuche gerade das Web nach deutschsprachigen Blogs, die den Erasmus Studienaustausch thematisieren und bin auf deinen Blog gestoßen, den ich sehr interessant finde. Ich möchte dir einen Linkaustausch mit unserer Webseite anbieten und könnte dir dazu auch ein Logo von unserer Seite anbieten. Wir würden im Gegenzug deinen Blog auf cafebabel.com in der Rubrik "Links" eintragen.
Ich würde mich freuen, bald von dir zu hören. Meine email-Adresse ist info@cafebabel.com
Monika
sowas kannst auch nur du! respekt!
Hallo schwesterlein!
Voll toll geschrieben.
Hab mich total über deine Reiseausführungen amüsiert.Freu mich schon auf den nächsten Eintrag.Dicken fetten Knutsch
freue mich über deinen bericht und bin auf weiteres gespannt, schreib weiter so. e
Kommentar veröffentlichen