Freitag, 5. Oktober 2007

plümps

Will ich nur mal wieder die Neuigkeiten hier berichten.
Es gibt doch einiges Neues. Zunächst: ich habe mir ein Fahrrad zugelegt.
Nachdem meine Buskarte bis genau zum letzten Tag des Monats gehalten hat und man noch nicht mal einen Tag hatte seine Karte in der Stadt für den neuen Monat freizuschalten, war es wirklich Zeit. Immerhin kostet die Monatskarte 27 Euro und die einzelne Fahrt 1,20€. Da hab ich mir kurzerhand eine Karte der Stadt angeschaut, mich im Internet darüber informiert, wo sich der nächste Decathlon (eine wirklich unglaublich große Sportwarenkette) befindet und gewartet, bis ich Zeit habe. Dienstag war es dann so weit. Vormittags hatte ich Uni und zwischendurch ward mir massig Zeit zum Fahrradkauf gegeben. Ich setzte mich also kurzerhand in einen Bus, der mich ungefähr in meine Richtung brachte und stieg an der Endhaltestelle aus. Intuitiv lief ich auch richtig, leider war der Laden aber so weit weg, dass mich zwischendurch der Mut verließ, überhaupt irgendwann einmal etwas zu finden. Also drehte ich wieder um, um jemanden zu finden, der mir helfen konnte (befand mich so ziemlich am Ärmel der Welt in den Weiten eines gigantiesken Gewerbegebiets). Meine Hilfe schickte mich dann auf meinen Weg zurück, schnaufte zweimal und verriet mir, dass das ganze unglaublich weit weg sei. So mindestens zwei Kilometer. Ich konnte ihn aber davon überzeugen, dass ich schon ganz schön groß bin und wohl auch so weit laufen könnte. Also machte ich mich auf Schusters Rappen wieder auf um nun endlich den Laden zu finden. Kurzentschlossen wie ich so bin, hab ich dann auch gleich ein Fahrrad in meine Tasche gepackt und konnte mich ab dann stolzer Besitzer eines Fahrrades schimpfen.

Eines der großen Erfindungen der Menschheit. Leider fing es schon einigermaßen an zu regnen, als ich das Geschäft verließ. Aber Abenteurer ich, hatte natürlich Regenjacke und sogar Regenhose dabei. Da soll noch mal jemand behaupten, ich würde mich nicht vorbereiten. Pustekuchen. Ja, wie gesagt, keinen Stadtplan in der Hand, ohne Pfadfinderausbildung musste ich mich auf den Sonnenstand verlassen, der mich des Regens willen auch verließ. Nützt ja nichts, ich fuhr einfach meiner Nase nach. Stellte sich auch als goldrichtig heraus. Ich fand heraus, dass der Bus der normal eine halbe Stunde bis in das Gewerbegebiet braucht wohl einen unglaublichen Umweg fährt, wie das Busse nun einmal tun. Innerhalb von sieben Minuten wäre ich zuhause gewesen. Konjunktiv? Ja, WÄRE. Mir kam dann wohl noch ein kleiner Unfall dazwischen, bei dem ich Bekanntschaft mit französischem Asphalt machte. Und nichts für Ungut, aber der französische Asphalt ist hart.
Ich hatte ursprünglich versucht einer Pfütze zu entweichen, die einem See glich. Das wollte ich schlauerweise tun, indem ich auf den erhöhten Gehweg fuhr. Da kam ich auch an. Nur ohne Fahrrad. Ich blieb nämlich an der Kante hängen und entschied mich lieber auf den Gehweg, als auf die Nationalstraße zu fallen. Ich fing mich also zunächst mit Knien, dann mit Händen und schließlich mit Kinn ab.

Nur knapp der Ohnmacht entkommend stieg ich tapfer wieder auf mein neues Fahrrad, dass glücklicherweise heil geblieben war und fuhr nach kurzer Sammlungsphase weiter. Zum Glück war ich nicht allzu weit von zuhause entfernt. Dort angekommen klopfte ich zugleich bei meinem Mitbewohner, der gerade sein Medizinstudium abgeschlossen hatte. Dieser lachte zunächst herzlich und kümmerte sich dann um mich.
Ja, das ist meine Sturzgeschichte.
Bin aber schon wieder fleißig am fahren. Will ja keine Angst vor meinem Fahrrad entwickeln.
Was ist sonst noch so geschehen? Letzten Samstag waren wir im Kunstmuseum der Stadt. Da fand ich heraus, dass ich wohl eher eine Vorliebe für eigenartige Parkettkunst, alte Bücher und alte Möbel entwickelt habe, als für Bilder.
Denn vorzugsweise hielt ich mich lange an Bücherregalen auf. Nicht, dass mich Bilder gar nicht interessieren würden, aber mein Geschmack ist wohl speziell. Es gab zwei Bilder, die ich sehr interessant fand. Eins war das Bildnis eines Kindes, dass original aussah, wie die kleine rothaarige Tochter von Boris Becker. Hab die anderen gefragt, ob nur ich den Eindruck habe, aber sie befanden alle das gleiche. Ein anderes Bild war riesig groß, schlicht und mit Kreide gemalt. Es hieß: die Vergessenen und darauf war eine Mama mit zwei Kindern leidend im Park abgebildet. Leider hatte sich nur jemand überlegt, dass es eventuell sehr schön wäre, wenn man um dieses so schlichte Bild einen unglaublich pompösen Rahmen spannt. Wirkte leider nicht so vorteilhaft auf das Bild. Ja, das war mein Ausflug ins Museum der schönen Künste.

Dann haben wir diese Woche auch noch den Tag der deutschen Einheit zu feiern gehabt. Nachdem wir zunächst in der Uni waren, haben meine deutsche Mitbewohnerin und ich dann ein deutsches Menü gezaubert.

Es gab Kartoffel-Zucchini- Suppe, weil es für Kartoffelsuppe kein Suppengemüse gab und was ist eine Kartoffelsuppe schon ohne Sellerie und die ganzen Feinheiten. Als Hauptspeise gab es Gulasch mit Reis und den krönenden Schluss bildete Apfelmus.


Wir haben uns gut satt gegessen und alle davon überzeugt, dass wir anscheinend doch nicht nur Sauerkraut essen. Ist doch auch schon mal was. Obwohl ich ja sehr gerne mal wieder Sauerkraut essen würde. Aber dazu habe ich ja schon bald Zeit. Also: Sauerkraut, dunkles Brot, das länger als einen Tag gut ist. Das ist doch mal was. Ich hab mir jetzt auch mal Knäckebrot gekauft. Baguette ist echt lecker aber ich hab immer keine Zeit mir früh welches zu kaufen und das vom Vortag ist nicht zu genießen. Leider. Im Prinzip würde ich ja auch die ganze Zeit Baguette essen, geht aber wirklich nicht.
So, soviel erst mal zum Essen, Fahrrad.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Schwesterlein!
...Ja, nachdem du mir heute am Telefon gesagt hast, daß ein neuer Bericht da ist, habe ich gleich mal meinen Rechner angeschmisse.:-)
Cooles Rad
Freu mich schon ganz doll auf übernächstes Wochenende.
Fetten Knutsch

Anonym hat gesagt…

na da bin ich ja froh das ich dich mit sauerkraut am wochenende verwöhnen kann. Der grill kann ja ach noch angeschmissen werden. Ein schönes Wochenende und gute Heilung Deiner Schrammen. Mam