Mittwoch, 31. Oktober 2007

Zuhause
Zuhause, schon bei dem Wort werde ich nostalgisch, lehne meinen Kopf zur Seite und bekomme ein komisches Gefühl im Magen.
Zuhause – Geborgenheit, Liebe, Verständnis, sich auskennen, Familie. Zum Glück ist es nicht so, dass ich ins Ausland muss, um zu realisieren, dass es das ist, was ich brauche. Ich wusste es vorher. Glücklicherweise kann ich mich ganz gut von solchen Gefühlen ablenken. Sonst würde ich wohl vor Sehnsucht und Heimweh eingehen. Aber so ist es ja nicht. Dennoch weiß ich, was ich habe. Jedenfalls verbrachte ich vier wunderbare Tage in Deutschland. Petrus erbarmte sich sogar meiner und schenkte mir Schnee. Nachdem ich hörte, dass er nicht so großzügig mit Tours ist, war ich schon etwas traurig, aber immerhin kann ich sagen, dass ich dieses Jahr schon Schnee sah. Superschön.
Im Gegensatz zur Fahrt nach Deutschland, verlief meine Rückkehr ohne jegliche Zwischenfälle. Die hätte ich wohl auch nicht ertragen.
Es fiel mir nämlich tausend mal schwerer nach Frankreich zurückzukehren, als im September. Aber das ist wohl normal.
Am ersten Tag hier lief ich rum wie Falschgeld und jedes Mal, wenn mich jemand auf meine Reise ansprach, kamen mir die Tränen. Aber wie gesagt konnte ich mich ganz gut ablenken und schon nach ein paar Tagen wurde alles besser. Ich hab mich in Dekorationsaufgaben gestürzt. So hab ich jetzt ein Zimmer, in dem ich mich wohl fühle und das ist doch schon mal ein guter Anfang.
Was habe ich sonst noch so gemacht?
Sonntag hatte ich einen Fresstag. Vormittags trafen wir (Italiener, Spanier und Deutsche) uns um einkaufen zu gehen, kochten dann alle zusammen in einer Küche und aßen bis nachmittags.





Als wir damit fertig waren und uns kaum noch bewegen konnten, nahem wir unsere Beine in die Hand und machten uns auf in die Stadt.

Ich fuhr von dort aus direkt wieder heim, weil wir bei uns noch eine andere Fete geplant hatten. Wir hatten nämlich den Abschied einer unserer Mitbewohner zu feiern. Das endete in einem großen Wodka-Ahoi Gelage. Wichtige Sachen, wie Brausepulver mit Schnaps müssen ja raus in die Welt. Und dann noch dazu Waldmeistergeschmack. Das kennen hier nämlich genauso wenig Leute, wie Brausepulver an sich. Als wir unsere Flasche dann endlich geleert hatten, sämtliches Pulver verschossen war, ging es weiter mit Rum und Whiskey. So jung kamen wir ja nie wieder zusammen. Also: war es das was wir taten, erzählen, trinken. Sehr witzig.



Diese Woche ist so etwas ähnliches wie Ferienwoche. Morgen ist Frohenleichnahm, der Grund warum wir Donnerstags keine Uni haben. Dieser Feiertag ist der gleiche Grund, warum wir Freitag keine Uni haben – Brückentag. Ja, und den Rest der Woche habe ich auch keine Uni gehabt, weil es eben einfach so war. Montag war ich von um eins ab in der Uni, um zu merken, dass mein Kurs halb zwei ausfällt. Dafür habe ich dann auf meinen Kurs um fünf gleich in der Stadt gewartet, nur um herauszufinden, dass auch dieser nicht stattfindet. Also, nix wie heim.
Gestern gingen wir mit Cedric das letzte Mal für ihn in die Mensa gegangen. Wir haben hier bei den Wohnheimen gleich eine Mensa, die wirklich um Welten besser ist, als in der Stadt. Darum werd ich nicht mehr in der Stadt gehen. Ich rebelliere. Irgendjemand muss ja schließlich mal ein Zeichen setzen. So kann das doch nicht weitergehen. Also wirklich. Hier bekommt man: a) größere Portionen, b) besseren Service, c) besseres Essen für d) den gleichen Preis.
Nach dem Essen sind wir dann noch zu dritt mit dem Bus in die Stadt gefahren. Dieser ist auf halber Strecke irgendwo in der Pampa stecken geblieben. Abends fahren nämlich nur noch zwei Busse, die die ganze Stadt abklappern. Also saßen wir so ne halbe Stunde fest. War aber auch nicht weiter schlimm, weil uns ein anderer Bus abholte.
Plus auf der Heimfahrt war die gleiche Fahrerin am Steuer, die ich davon überzeugen konnte, dass ich nun nicht mehr bezahlen brauch, weil ich ja schließlich vorher auf sie warten musste. Das sowas auch mal klappt, hätte ich nicht gedacht.
Irgendwann heute morgen um fünf Uhr fand ich mich dann auch mal in meinem Bett wieder, dass ich dann aber schon auf zehn wieder verließ, weil ich ja nix verpassen will. Dementsprechend gut sehe ich im Moment wahrscheinlich aus. Aber auch nicht so schlimm, weil schlafen kann ich ja immer noch.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Schwesterlein!
Soso Wodka-Ahoi...!Wie erging es Dir denn am nächsten Tag??( Hab mal gehört, dass einem nach so einem Zeug der Kopf gewaltig brummt...:-)..)
Bin dieses Wochenende wieder in Plauen( Fobi).Könnene ja abends mal telefonieren.
Dicken Schmatz und liebe Grüße Anke und Bernd