Dienstag, 27. November 2007

Bin ich denn im Kindergarten?

Tours jetzt also.
Wer hätte gedacht, das zwei Menschen gar nicht mal schlecht in einem 80cm breiten Bett schlafen können. Besonders, wenn vorher für jeden mindestens genauso viel Platz vorhanden war. Ja, es ging.
Da man im Wohnheim einer Universität davon ausgehen, dass dort ganz viele kleine Kinder wohnen, hatten wir letzte Woche das unglaubliche Glück, dass die Direktion mit den Putzfrauen durch alle Zimmer ging und schaute, ob wir auch keine Waschmaschinen, eigene Kühlschränke Heizlüfter oder sogar alles zusammen beherbergen. Da hier Besuch genauso wenig wie warme Zimmer erlaubt sind, musste ich zunächst einmal herausfinden, wann mein Zimmer unter die Lupe genommen werden sollte. Dann ging ich zu Chantal, unsere Putzfrau und gute Seele und sagte ihr Bescheid, dass ich vielleicht Besuch in meinem Zimmer habe. Darauf sagte sie mir genau, wann sie vorbei kommen wird und somit konnte ich dafür sorgen, dass ich auf keinen Fall in diesem Moment Besuch habe. Mit solchen schönen Sachen schlage ich mich hier rum.
Das ist aber noch nicht das Ende der « ihr seid kleine Kinder » Fahnenstange.
So wird zum Beispiel immer nachgeschaut, dass auch jeder fein seinen Abwasch, Putzdienst erledigt. Letzte Woche fand eine kleine Party von dem Wohnheim aus statt. Unglaublicherweise durften wir uns mit Vitamin C betrinken. Es gab nämlich Saft. Aber sie waren auch so frei uns Kekse dazu anzubieten. Und da wir ja auch noch junge Hüpfer sind und ausnahmsweise mal länger aufbleiben durften, ging die Fete auch bis 23.00 Uhr. Ja, um elf!!!
Heute hat der Xavier seinen Schlüssel mal wieder in seinem Zimmer eingesperrt. Also musste er in der Loge anrufen und jemand kommen lassen, der ihm aufsperrte. Die nette Dame hat ihm dann auch gleich unmissverständlich klar gemacht, dass dies schon das zweite Mal war und das nächste Mal darf er sich beim Direktor vorstellen. Das Beste daran ist, dass wenn das nächste Mal er des Nächtens seinen Schlüssel verliert, er dann da er Wiederholungstäter ist, mindestens zwei Stunden warten muss.
Ich würde ja gerne mal wissen, was passiert, wenn man zum Direktor muss. Kann mir vorstellen, dass man entweder den Hintern ausgeklopft bekommt oder 100x schreiben muss: « ich werde immer an meinen Schlüssel denken » Ich werde wohl oder übel anfangen müssen meinen Schlüssel auch mal einzusperren, nur um zu sehen, was passiert.
Ja, wenn man sich hier nicht jung fühlt, wo dann?
Mittwoch musste Ulf dann wieder weg.
Kurzentschlossen und jung wie ich bin, fuhr ich einfach noch mal mit nach Paris. Immerhin hatten wir das ganze Wochenende Metrogebühren gespart. Die beliefen sich auf mehr Kosten, als eine Fahrt nach Paris und zurück.
Nachdem ich dann schweren Herzens wieder Abschied nahm, nutzte ich meine Zeit gleich noch mal ein bisschen um in Paris herumzuschlendern. Und schon wieder sah ich ganz neue Plätze. Aber nicht, weil ich an neuen Plätzen war, sondern weil es diesmal hell war. Da war doch auf einmal eine ganz schön große Kirche neben les Halles, die mir vorher noch nie auffiel.
Verantwortungsbewusst wie ich bin, wollte ich mir noch ein Paar Winterschuhe kaufen. Leider glichen diese eher Booten, als Schuhen und so ließ ich davon ab. Meine Vernunft ließ mich dann auch nicht die schönsten Schuhe kaufen, die mir am Besten gefielen. Diese waren nämlich dünner als die eine oder die andere von den Olsen Zwillingen. Also nix aber auch rein gar nix für den Winter. Ach, ich pass gar nicht hier in das Wohnheim, erwachsen wie ich bin.
Auf dem Weg zum Bahnhof gönnte ich mir gleich noch eine Kugel Lebkucheneis, immerhin befand ich mich in Trauer.
Am Bahnhof angekommen machte ich dann gleich die nächste Dummheit. Ich zog meine EC-Karte aus dem Automaten, während ich bezahlte. Das hatte zur Folge, dass die Automaten meine Karte nicht mehr akzeptieren wollten. Dies wiederum führte dazu, dass ich zum Schalter musste. Und wie wir uns erinnern ... richtig: Streik. Also waren 4 von 30 Schaltern geöffnet und an mindestens zweien planten die schlauen Menschen eine Weltreise. Also stand ich fast eine Stunde an um in einer Minute mein Ticket zu kaufen und dann in den vollsten Zug zu steigen, den ich seit meinem Urlaub in der Hohen Tatra in der Quengelbahn erlebte.
Aber das ließ mich auch nicht aus der Ruhe bringen. Immerhin kam ich ja vom Fleck. Kein Problem also.
Hah, heute war ich im Douglas, weil ich nicht mehr gut riechen kann. Ich überlegte mir, dass es wieder Zeit sei für Joop Sport. Also ging ich 1x, 2x, 3x durch und sah es nicht. Komischerweise sah ich gar nix von Joop. Und .... Überraschung: Joop, davon haben die hier noch nie was gehört. Also jetzt schlägts wirklich 13. Joop. Ich weiß, ist ein Deutscher, aber JOOP. Nach dem Schock war ich gleich gar nicht in der Lage mir noch was anderes auszusuchen. Muss wohl morgen mal zurück und auf was französisches wie Chanel oder Gaultier zurück greifen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Einen schönen 1.Advent an Prinzessin Maxi.Nur noch 3 Wochen dann darfst du Dich wieder erwachsen verhalten.Und denk bloß nicht, das du von Zimmerkontrollen verschont bleibst und Besuch ist nach vorheriger Anmeldung selbstverständlich erlaubt.
Knutsch M+ D+ A+ B