
Noch kein Jahr ist es her, da sah man brennende Schulbänke durch die Straßen von Paris im Fernsehen fliegen und dachte sich, das die französischen Studenten wirklich was auf die Beine stellen.
Das als „Streiknation“ titulierte Land scheint wieder einen Anlass gefunden zu haben weniger zu tun als üblich.
Ja, wir streiken!!! Noch kamen mir keine deutschen Berichte auf einschlägigen Internetseiten entgegengeflattert, soll heißen, dass es diesmal wohl noch ohne fliegende, brennende Stühle und Bänke abgeht.
Eins ist mir aber bis jetzt zumindest klar geworden. Es sind nur die Philosophen, die streiken. Das wars. Der Campus für Technik, auf dem ich schließlich wohne, ist wie immer gut besucht. Hier geht alles ganz routiniert von Statten. Gleiches Bild bei den Informatikern, Wirtschaftlern und Medizinern. Alle fleißig am studieren. Das wollte ich heute übrigens auch wieder probieren, wurde aber letztendlich von zwar nicht brennenden, aber die Tür verbarrikadierenden Bänken aufgehalten. Immerhin kann mir so niemand nachsagen, dass ich es nicht probiert hätte.


Warum streiken wir denn eigentlich?
So viel ich verstanden habe, wollen wir, dass unsere Universität weiterhin den Namen eines großen französischen Schriftstellers trägt. Soll heißen, dass nicht etwa Nike die Uni kaufen kann um es in eine Laufschule umzuarbeiten. Deswegen gehen wir auf die Straße, weil wir sehen, was in Deutschland passierte. So, da haben wir es!!!
Ich bin jetzt nicht mit letztem Eifer dabei, aber nehme das ganze interessiert zur Kenntnis und erfreue mich meiner freien Zeit. Im Prinzip hab ich ja jetzt wieder mal den Rest der Woche frei, was bedeutet, dass ich eigentlich schon die zweite Woche Ferien habe und im Prinzip von Anfang an eine Weltreise hätte planen können.
So schnappte ich mir mein Pferd und ritt in den nächsten Saloon, um mir eine heiße Schokolade zu bestellen, die mit Marshmallows geschmückt war und las dazu ein Buch.
Und das hieß sogar „Le Livre du Voyage“ - also im Endeffekt doch was mit reisen. Immerhin.
So lässt sich doch auch was lernen.
Noch gar nicht so lang her, also ungefähr eine halbe Stunde, da versuchte mein Mitbewohner unseren Gang in Brand zu stecken. Und wer war schuld? Stuttgart!!! Dieser VfB wieder.
Während Xavier sich ein Fussballspiel im Radio anhörte, versuchte er nämlich eine zweite Sache zu tun. Ich weiß, alle wissen schon was kommt. Wenn eine Geschichte schon mit Männern und zwei Sachen anfängt. Das kann nicht gut gehen.
Was versuchte er?
Pizza im Ofen erwärmen. Ich denke es ist jeder mit mir, wenn ich jetzt sage, dass das kein größeres Problem darstellen sollte. Immerhin: Pizza. Schon alles fertig, nur noch warm machen.
Aber:
a) unser Ofen geht bis 300 Grad zu erhitzen
b) wir haben kein Backpapier und nutzen deswegen die Kartons, in denen die Pizzen so geliefert werden
c) das Spiel scheint wohl spannend gewesen zu sein.
Ende vom Lied: ich höre einen Haufen Krach in der Küche, Sekunden später ist sämtlicher Strom im Gang aus, darauf folgend: ein unglaublicher Gestank, der auch in mein Zimmer zieht.
Fuchs, wie ich bin hab ich natürlich mein Fahrradlicht parat und kann mir so den Schaden ansehen.


Plus, aus dem superschönen Sonnenuntergang lernend, hab ich natürlich Fotoapparat dabei. Der arme Xavier. Stand da wie ein Häufchen Elend. Hat wohl nicht seinen besten Tag erwischt. Und Hunger und kein Essen mehr. Da habe ich ihm doch gleich noch meinen Couscous von gestern gestiftet. Immerhin hab ich ja fein in der Mensa gespeist. Da kann ich auch meine für Heute destinierten, nicht gegessenen Essensreste spenden.
Ein Glück war mir nicht mehr nach Bowling spielen. Da hätte ich ja hier was verpasst. Und die Anderen, die jetzt Bowling spielen sind, müssen mich nicht bei einem Spiel ertragen, das mir genau drei Würfe Spass macht und dann ist finito.
Da widme ich mich doch lieber einem guten Buch, was ich jetzt auch wieder tun werde.

1 Kommentar:
DIE GUTE PIZZA!!!!
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