Freitag, 18. April 2008

meine Plattensammlung

Wir haben zur Zeit ja Ferien, wie ich vielleicht schon mal erwähnte.
Ferien hier sind sehr eigenartig.
Wenn ich aus dem Fenster schaue, dann sehe ich ungefähr 10 Autos. Von jenen, weiß ich schon, dass mindestens zwei davon Leuten gehören, die nicht da sind.
Soll also alles in Allem heißen, dass es hier extrem ruhig ist.
Auch die ganzen Erasmus-Studenten machten sich auf den Weg die Weiten Europas zu erforschen oder eben das Land, in dem wir uns befinden.
Ich habe mich zusammen mit meinem Leidensgenossen Jan dazu entschlossen, die Frühlingszeit in Tours zu genießen.
Der Frühling äußert sich leider Gottes aber in anhaltendem Dauerregen unterbrochen von eintägigen Schönwetterperioden.
Ist schon komisch.
In den Ferien im Februar blieben so ungefähr vier Leute hier, die sich so langweilten, dass sie sich schworen dies nun nicht noch einmal tun zu wollen.
Dabei wäre, wenn wir uns alle dann kollegial wie wir sind, dazu entschlossen hätten, es in Tours auszuhalten und aus den ach so langweiligen Ferien, eine Megasause zu machen, doch so viel lustiger geworden. Schade eigentlich.
Die Tage hier fangen zumeist ganz vielversprechend mit Sonnenstrahlen, die einen zumeist schon gegen sieben oder so wecken, an. Schaue ich jetzt aus dem Fenster, dann kann ich die fallenden Regentropfen ausmachen.

Gestern war so ziemlich der schlimmste aller Tage.
Obwohl wir vorgestern unsere Sonnentanks auf einem Ausflug aufluden, konnte die Sonne in unseren Seelen den nicht-enden-wollenden-Dauerregen nicht kompensieren und so landeten wir zu viert in einem Café, in das wir eigentlich nicht gehen wollten, aber dann mussten, weil unser Lieblingscafé ausnahmsweise geschlossen war und einer hatte eine größere Depression, als der andere. So saßen wir dann da, mit gesenkten Köpfen und bedauerten uns gegenseitig.
Ich weiß, das muss sehr pathetisch klingen, aber manchmal übermannt es einen einfach.

Als ich dann wieder in Richtung Grandmont fuhr, machte sich ein drohender Platten auf meinem Hinterrad bemerkbar. Drohend ist wohl noch untertrieben. Bin seit letztem Wochenende unterwegs, um mein Hinterrad zu verarzten.
Es ist doch sehr beachtlich, dass ich geschätzter Weise seit meinem vierten Lebensjahr Fahrrad fahren kann (korrigiert mich, falls nötig – weil ich eben schon so lange Fahrrad fahren kann, so dass ich mich beim besten Willen nicht wirklich daran erinnern kann, seit wann ich Fahrrad fahren kann. Ich weiß nur noch, dass ich es in Siebenhitz auf dem Garagenberg von den Schöleys gelernt habe, aber das tut ja auch nichts weiter zur Sache.)
... Auf jeden Fall: seitdem ich mich an meine Fahrradkarriere erinnern kann, fällt mir nicht ein, wann ich mal einen Platten hatte. Hier ist es mir seit Oktober schon Sage und Schreibe 5x passiert! Ich will ja nicht bestreiten, dass ich hier wohl mehr Fahrrad fahre, als ich das in Deutschland tat, aber die Pannensteigerung ist doch schon enorm!
Nun ja, also hatte ich mal wieder einen Platten letztes Wochenende. Zur Überprüfung, ob nicht einfach jemand meine Luft abgelassen hatte, pumpte ich den Schlauch noch mal auf. Da hörte ich aber sogleich ganz deutlich mir Luft entgegen kommen. Das Loch befand sich erneut an einer Stelle, die mir ein Flicken unmöglich machte. Also: neuer Schlauch. Als ich diesen anbringen wollte, kamen mir Speichen entgegen geflogen. Wow! Was jetzt?
Ich schnappte mir meinen Reifen, ging damit zum Geschäft und wollte wissen, ob sie mir das bauen könnten. Leider bekam ich auf diese Anfrage eine Absage, da nicht nur die Speichen sich verabschiedeten, sondern auch die Nabe wackelte und eine Acht im Reifen war. So wollten die mich nicht wirklich mehr fahren lassen. Also kaufte ich ein neues Hinterrad und Schlauch, ging heim, wollte das Ganze installieren UND: die hatten mir einen zu kleinen Reifen verkauft. Anstatt eines 28“, bekam ich ein 26“ Rad. Also schnappte ich mir diesmal Mantel, Rad und Schlauch und machte mich wieder zum Geschäft auf. Die tauschten mir das ganze aus und zogen mir noch meinen Mantel mit drauf, nachdem ich freundlich fragte, ob sie das nicht auch noch für mich machen wollten. Wollten sie.
Also ging ich wieder heim, montierte mein Rad und schob es gestern aus der Garage.
Und:
beim Herausschieben, zog ich mir doch glatt einen Metallsplitter in den neuen Schlauch. Zack: Platten! Es ist aber auch zum verrückt werden. Da ich aber keine Lust hatte jetzt gleich wieder einen großen Aufstand zu veranstalten und auch keine Zeit dazu hatte, holte ich mir meine Luftpumpe und pumpte den Reifen ganz einfach ein weiteres Mal auf. Bis in die Stadt würde der Gute schon durchhalten. Das tat er dann auch. Ich musste ihn dann nachmittags nur noch 2x aufpumpen, um wieder heim zu kommen. Auf dem Heimweg unterstützte mich ein alles durchnässender Nieselvorhang, der sich über mich legte, in meiner Moral. Also flickte ich den Reifen gestern völlig entnervt und hoffe, dass das jetzt mindestens einen Tag hält. Ich verlange ja gar nicht viel. Als nächstes muss wohl ein unzerstörbarer Radmantel her, aber ich gebe dem Meinigen noch eine Chance sich zu etablieren. So langsam bin ich ja an meine schmutzigen Finger und den prüfenden Blick auf mein Hinterrad gewöhnt. Wer will das schon missen?!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Schwesterlein!
Na der Fahrradschlauch und Du, Ihr werdet wohl nicht die besten Freunde, aber das liegt bestimmt nur an den französischen Straßenverhältnissen...:-)... !Kopf hoch in Chemnitz wird es bestimmt besser und sieh es doch mal so: Dir wird einfach nicht langweilig!
Wir wünschen Dir noch einen schönene Restsonntag Liebe Grüße Dein Schwesterlein und Bernibärchen