Das wichtigste zuerst. Ich sah gestern Maroon 5. In Tours, live und gratis. Ja, man soll es kaum glauben, aber es gibt noch echte Freizügigkeit unter Menschen. In diesem Falle wohl von Picard. Diese Pastisherstellungsfirma ließ es sich einiges kosten, dass man ihr überaus ekelhaftes Getränk weiter konsumiert. Aber da müssen sie schon mit jemandem anderen ankommen, als Maroon 5.
Aber immerhin. Wir nehmen ja, was uns so geboten wird.
Ich schreib einfach mal rückblickend, da fällt mir dann vielleicht wieder mehr der vergangenen schon wieder zwei Wochen ein.
Ich weiß, ich bin etwas nachlässig in letzter Zeit.
Gut, das Konzert war sozusagen auf der Hauptverkehrskreuzung von Tours und legte den Verkehr lahm, machte uns aber nix, weil immerhin konnten wir ja mit dem Radl anreisen. Schon auf den ersten zehn Metern steigerten Jan, Steffi und ich das Durchschnittsalter und senkten den Buntheitsgrad der Kleidung merklich. Deswegen entschlossen wir uns zunächst dafür uns am Loireufer zu installieren und dann nur den Hauptact auch zu sehen, nicht nur zu hören. Also: Weinflasche auf und auf einer Bank mit Musik im Ohr das Leben genießen.
Das machten wir dann doch länger als gedacht, was bedeutete, dass wir zwar Maroon 5 auch live sahen, aber nicht mehr als zwei Lieder, den Rest nahmen wir dann nur akustisch wahr. Aber war ja gratis, also nicht schlimm.
Letzte Woche war meine Familie bei mir.
Somit hatte ich eine Woche Zeit mein Wissen um die Schlösser an der Loire zu teilen und natürlich auch um mein Wissen was Nahrung angeht unglaublich zu erweitern. Mir wurde bei unseren täglichen Restaurant-Besuchen immer wieder klar, dass ich eindeutig zu wenig Ahnung von den ganzen Feinheiten der französischen Küche habe. So ließen meine Speisekartenübersetzungen doch zumeist zu wünschen übrig. Ist aber auch nicht weiter schlimm, wir haben immer fein gespeist.
Ich ... ich kann sagen: „Ich war in Frankreich!“ Ich aß Frosch! Ja, Frosch. Im Prinzip ist das hier ganz schön aus der Mode gekommen und wird nicht wirklich mehr gegessen. Als ich die kleinen Hüpfer auf der Speisekarte sah, musste ich zuschlagen. Immerhin: „Na, wo warst du denn so lange?“ - „In Frankreich.“ - „Ach, Froschschenkel!“ - „Ja, aber ist auch nur ein kleiner Fisch, der viel Arbeit macht und nach nicht allzu viel schmeckt!“
Wir sahen in einer Woche 12 Schlösser, drei Abteien und noch ein paar Orte oder Städtchen. Ja, wir ließen uns nicht lumpen. Ist schon erstaunlich, wo man alles so hinkommt, wenn man ein Auto hat. Da sind auch drei Schlösser am Tag drin. Naja, und wir sind auch nicht wie sonst bei unseren Schlossexkursionen hier erst Nachmittags losgefahren.
Donnerstag und Freitag zuvor war ich mit Domenico in Paris. Wie sollte es auch anderes sein, aufgrund eines Streiks fuhren um die Mittagszeit keine Züge. Also standen wir unglaublich zeitig auf, weil wir nicht wussten, ab wann die Busfahrer in Tours streiken würden. Im Prinzip wollten wir dann gleich in die Mutter aller Schlösser. Versailles. Nachdem wir hier jetzt schon gefühlte hundert sahen, muss man sich ja noch irgendwie steigern. Und das geht wohl nur noch mit Versailles.
Also wir zum RER. Ein freundlicher Mitarbeiter dieser feinen Bahn informierte uns aber darüber, dass Versailles aufgrund des Streikes der Bahn an diesem Tag seine königlichen Pforten geschlossen halten würde und sich nur die royale Eminenz im Spiegelsaal betrachten könne.
Also entschlossen wir uns dafür, unseren Versaillesbesuch zwangsweise auf den folgenden Tag zu verschieben. Da kennen wir nix, da sind wir flexibel. Also auf zum Louvre, um uns im Touristenbüro eine Unterkunft zu suchen.
Da war aber der Strom ausgefallen, was bedeutete, dass alles geschlossen war. Und wie man sich es ganz leicht vorstellen kann, gibt es in Paris nur ein Touristenbüro. Also riefen wir in der Jugendherberge an, von der wir wussten, dass die Anderen schon darin hausten. Die hatten erstaunlicherweise auch ein Zimmer für uns frei. Das letzte. Also nix wie hin, um die Rucksäcke loszuwerden und in Paris spazieren zu können. Wir waren uns glücklicherweise darüber einig, dass wir keine der bekannten Touristenattraktion sehen wollten. Immerhin sollten wir es ja am Tag darauf mit Versailles aufnehmen.
Das letzte Zimmer stellte sich auch als das solches dar. Unglaublich, was man sich in Paris so als Herberge erlauben kann und wie viel Geld man dafür noch verlangen kann.
Dome und ich, wir waren uns einig, dass wir im Prinzip noch nie schlimmeres sahen. Und wir sprechen hier über einen Italiener. Hihi.
So profitierten wir also von unserem Tagesticket in Paris und fuhren wer weiß wie weit mit der Metro. Sogar bis zum Stade de France.
Mir kann sozusagen niemand mehr was vormachen. Ich aß Froschschenkel und ich war am Stade de France.
Freitag war es dann so weit. Wir fuhren nach Versailles. Und es war geöffnet.
Jippie.
Der Hof von Versailles bestand aus geschätzten zwei Milliarden Menschen. Fein säuberlich in zwei Schlangen geteilt. Eine, um Eintrittskarten zu kaufen, die andere um ins Schloss zu gelangen.
Füchse wie wir eben sind, lasen wir vorab, dass man das nicht machen muss. Wir entschieden uns lieber dafür jemanden zu fragen, der sich auskannte. Derjenige empfahl uns dann unser Ticket in einer kleinen Bar nebenan zu kaufen und dann zunächst den Garten zu besuchen. Das taten wir dann auch. Wir promenierten und promenierten und fanden kein Ende. Unglaublich, wie groß man doch so einen Garten gestalten kann. Als wir dann in der Domäne von Marie Antoinette ankamen, waren wir völlig hin und weg. Super niedlich. Nuumi – auf estnisch. Danach machten wir uns auf den Rückweg um endlich in die Gedankenwelt vom Sonnenkönig einzudringen. Wieder im Vorhof angekommen, hatte sich die ganze Meute in den Garten verzogen und wir traten so ziemlich ohne lange zu warten in die Residenz ein. Ob es an unseren schon ziemlich ausgelatschten Füßen oder am Schloss an sich lag, kann ich nicht genau sagen, aber soo toll war es jetzt auch nicht. Bis auf den Spiegelsaal.
Der war schon was. Obwohl sie wohl an Menschen sparen, die selbige immer putzen.
Diese Woche fing ich mit meinem Praktikum im Rathaus einer Gemeinde nebenan an. Bis jetzt noch nichts spannendes. Aber ich muss immerhin weder Kaffee kochen, noch kopieren. Kaffee kommt aus dem Automaten. Hah!
Um meine erste Arbeitswoche in Frankreich zu feiern, bin ich gerade mit Steffi auf dem Weg nach Brest. Vorgestern sahen wir uns die Wetterkarte von Frankreich an und entschieden uns für die Bretagne. Also auf zum so genannten „Arsch von Frankreich“

1 Kommentar:
Quaaaaaak.....Mein Schwesterlein hat echt Frosch gegessen!!!Klingt ja schon bissel eklig.
Freuen uns schon wenn Du endlich wieder nach Hause kommst.
Liebe Grüße Anke und Bernibärchen
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