Montag, 21. Juli 2008

countdown minus 6

Der Countdown läuft. Die letzte Woche ist angebrochen. Ab jetzt ist sozusagen jeder Wochentag der vorerst letzte in Frankreich.
Wow. Elf Monate. Und die Zeit rennt unaufhaltsam. Schade. Aber auch schön.
Bin mir noch nicht sicher, wie gerne ich hier weg gehe. Das gute Wetter, das sich hier seit einiger Zeit doch relativ stabil eingestellt hat, macht es mir auch nicht leichter.
Aber alles hat nun mal ein Ende. Wie man von allen ach so schönen Faschingsfeiern bis zum Erbrechen mitgeteilt bekommt.
Auf zurück nach Deutschland. Zusammenfassung werde ich später liefern.
Letzte Woche erlebte ich noch eine halbe Stunde Nationalfeiertagsfeuerwerk. Ganz schön schön. Auch wenn ich allein war, konnte ich das Ganze nur genießen.
Jetzt bin ich dabei nach und nach die ganzen organisatorischen Dinge zu erledigen. Heute habe ich mich endlich von meinem Status als Student an der Uni hier verabschiedet, Mittwoch gebe ich das Zimmer ab, in dem ich eigentlich den ganzen Juli hätte wohnen sollen, Freitag löse ich mein französisches Konto auf. Freitag ist auch mein letzter Arbeitstag. Die zwei Monate Arbeit sind nun also auch wieder vorbei. Mit meinen Kolleginnen verstand ich mich sehr gut, manchmal waren die Aufgaben wohl nicht so ganz auf meine Fähigkeiten zugeschnitten, aber im Großen und Ganzen, fühlte ich mich auch dort relativ wohl.
Am Samstag fahre ich mit Ulla eine weitere Etappe der Tour de France anschauen und am Sonntag werden wir vielleicht das Finale auf der Champs Elysée sehen können. Da wissen wir aber noch nicht so recht, weil dieses Abenteuer mit dem Auto und Gepäck im Auto in Paris verbunden wäre. Das muss wohl überlegt werden. Aber mal sehen.
Ich werde jetzt erst mal meine letzte Woche genießen.

Samstag, 12. Juli 2008

Le Tour de France

Wie wir vielleicht alle schon gemerkt haben, läuft zur Zeit die Tour de France hier in Frankreich. Naja, sonst würde sie auch nicht so heißen. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen auch mal ein Auge live auf diese vollgepumpten Vollblutathleten zu werfen.
Hier das Resultat:

Montag, 7. Juli 2008

die unerträgliche Leichtigkeit des Alleinseins

Heute ist der Tag. Welcher Tag? Der Tag, nach dem ich allein hier sein werde. Als ich meine Praktikumsstelle im April annahm, war ich mir relativ sicher, dass ich zwei Monate hier in Grandmont ohne meine Freunde aus aller Welt teilen müsse. Immerhin hatten die meisten ihre Abreise für Ende Mai veranschlagt. Wie so mancher vielleicht weiß, ich bin nicht allzu gut darin allein zu sein. Warum, weiß ich auch nicht, aber ich weiß einfach nichts mit mir anzufangen. Zumindest nichts konstruktives. Also nutze ich so ziemlich jede freie Minute, um sie zu teilen. Aber zurück zu meinen zwei Monaten allein. Aus selbigen wurde nun eine Woche. Ja, eine Woche. Heute fährt Jegor nach Paris um dort vor Ort sein Glück auf Jobsuche zu versuchen. Jan ist diese Woche für einen Monat zurück nach Hause gefahren, von dem er nicht so recht weiß, wo das eigentlich ist. Er kommt aber wieder. Im August, um hier bei der Apfelernte anwesend zu sein und zu arbeiten.
So hatte die Arbeitssuchmisere der Anderen für mich etwas Gutes. Ich war nicht allein.
Im Moment freue ich mich aber auf meine Woche mit mir. Manchmal kommt es mir so vor, als sei ich seit September nicht mehr allein gewesen. Also werde ich die Woche für mich nutzen. Naja auch nicht die gesamte Zeit. Mittwoch fahre ich zu Lise, meiner Ex-Mitbewohnerin. Die Tour de France wird durch ihren Wohnort rollen und ich werde Live dabei sein. Jippie. Dafür habe ich auch schon einen freien Tag beantragt, der mir auf Grund des absolut plausiblen Grundes auch sofort genehmigt wurde.
Ach, ganz vergessen. Ich bin umgezogen. Von der einen Seite des Parks auf die Andere. Sehr komisch. Anstatt auf jeder Seite ein Gebäude offen zu lassen, müssen alle in die Gebäude, die wir noch zu Beginn des Jahres als Phantomgebäude betitulierten. Also packte ich meine Sachen das letzte Wochenende und verließ mein in der Zwischenzeit so liebgewordenes Zimmer am Montag. Und weil das so viel Spaß machte, half ich gleich noch drei anderen bei Gleichigem, so dass ich Montag Vormittag an vier Zimmerübergaben beteiligt war.
Jetzt habe ich also ein neues Zimmer in einem Gang, in dem alle nur einen Monat wohnen bleiben. Das scheint das Ganze etwas schwierig zu machen, da die Meisten nicht zu sehen sind und wohl für einen Monat nicht wirklich den Elan für Bekanntschaft machen finden. Also ist es fast schon gespenstig ruhig hier, was nicht immer wirklich schön ist. Aber naja. Immerhin, ab heute Nachmittag werde ich noch das Zimmer von Jegor haben. 15 m² oder mehr nur für mich allein, sogar mit eigener Toilette. Was ein Luxus. Das bedeutet, dass ich wohl im Laufe der Woche damit anfangen werde mein Zeug hier, dass bis jetzt nur zur Hälfte ausgepackt und verteilt ist, wieder einpacken werde und in mein Studio ziehen werde. Wenn ich allein oder mit Internet sein will, kann ich da hin, ansonsten wenn ich mir ganz sehr Mühe gebe, werde ich in meinem Gang an jeder Tür klopfen und fragen, ob jemand Zeit für mich hat. Klingt mir alles nach einem nicht allzu schlechten Plan.