In der Bundesrepublik Deutschland ist es normalerweise so, dass man Bundesdokumente nach Ablauf der Mindeshaltbarkeit wieder zurück geben muss. Das hat zur Folge, dass wir die doch viel zu großen aber durch Fotohologramme geschwängerten Persos bei Erhalt einer neueren Auflage, wieder abgeben müssen. Weg mit dem Foto, über das man sich seit Jahren schämt, weil man verkatert oder in schlechtester Laune beim Fototermin erschien.
Es gibt aber auch Ausnahmen. In einer Gesellschaft, die wohl, wie ich diese Woche erschrocken feststellte, keine kollektive Hinterlassenschaft haben wird, wird Nostalgie nämlich groß geschrieben. Dass man die unzähligen Stunden an Flughäfen zum Beispiel nicht vergisst, kann man seinen Pass mit den schönen Erinnerungsvisa nämlich behalten. Es wird zwar eine kleine unscheinbare Ecke herausgeschnitten, aber im Großen und Ganzen bleibt einem das gute Stück erhalten. Dieser im Prinzip glückliche Umstand kann aber auch zum Verhängnis werden.
Um Gespött und Gelächter zu vermeiden, werde ich keine Namen nennen.
Man sollte es tunlichst vermeiden seinen abgelaufenen Pass neben den neuen Pass zu legen. Es kann in solchen Fällen nämlich dazu kommen, das man nicht den zum reisen notwendigen, neuen Pass, sondern den mit Stempeln gefüllten, sonst jedoch unbrauchbaren Pass einsteckt. Passiert nie im Leben, denkt jeder. Aber das stimmt nur bedingt. Es passiert. Wenn, dann hoffentlich nur einmal pro Person, aber es passiert.
Auch ich kenne eine Person, der Genanntes zustieß. Besser noch, die besagte Person kopierte den abgelaufenen Pass sogar, für den Fall, dass dieser verloren geht. Leider wurde die Kopie auch nicht noch einmal angeschaut. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass wir uns auf den Weg quer durch die Republik, auf nach Frankfurt machten um den richtigen Pass und damit einen noch einigermaßen zeitnahen Flug für die nicht genannte Person zu sichern. Nicht, dass es uns gestört hätte, aber Benzin ist ja auch nicht mehr eins der Billigen und so eine Tankfüllung kostet heute doch fast schon 100€. Ja, EINHUNDERT EURO. Man mag gar nicht darüber nachdenken, aber in Finanzkrisen-, Ölknappheits-, Hurrikan-, Kriegszeiten ist Benzin „billig“ wie nie. Vom psychischen Stress eines Menschen, der für seinen Urlaub den richtigen Pass vergisst, mal ganz abgesehen. Aber immerhin brachte uns das eine Nacht zu Gast bei meiner Schwester plus Schwager in Spe, plus Kennenlernen der Eltern des Schwagers in Spe, plus einen kleinen Ausflug in die schöne junge Bachstadt Arnstadt ein.
Also, an alle, die das hier lesen: schaut vor eurer Reise noch mal in den Pass! Oder bewahrt eure abgelaufenen Pässe nicht neben den Aktuellen auf! Ich hab übrigens auch erst neulich meinen alten Pass entdeckt. Ich muss schon sagen. Was in aller Welt hab ich mir nur damals bei der Frisur gedacht? Wegschmeißen werde ich ihn auch nach diesem kleinen Zwischenfall nicht, da auch ich ein gefühlsduseliger Aufbewahrmessie bin.
Montag, 22. September 2008
Abonnieren
Posts (Atom)
